SoHo

Auch SoHo trägt das Leid der New Yorker Künstlerviertel. Der exklusive Stadtteil von Manhattan lockte erst die Kreativen an, dann erhöhten sich die Mieten in solchem Maße, dass sich selbige dort nicht mehr lange halten konnten, wenn sie nicht gerade zu den Top Verdienern in der Szene zählten. Trotz vieler Abgänge ist das Gebiet südlich der Houston Street (daher der Name SoHo - South of Houston Street) immernoch ein beliebter Treffpunkt für viele Urlauber.

Als sich in den 1960er Jahren die ersten Galeristen in SoHo niederließen und die einstigen Lagerhallen zu Ausstellungszwecken nur wenig entfremdeten, begann die eigentliche Epoche der modernen Künstlerviertel in Manhattan in deren Tradition später später Nachbarschaften wie TriBeCa folgten. Die ersten Galerien in SoHo waren ohnehin etwas besonderen und durchaus revolutionär. Erstmals wurden die Werke der zum Teil ärmlich lebenden Künstler dort an den Mann gebracht, wo sie auch produziert wurden. Der Weg zwischen Käufer und „Macher" verkürzte sich damit auf nur wenige Meter. Mehr und mehr zog das Viertel auch Möchtegern Kulturisten an und es wurde schick, dort zu leben. Ein Aspekt, der sicherlich nicht nur die Einwohnerzahlen in die Höhe trieb.

Die Entwicklung vom heruntergekommenen Arbeiterstadtteil zum schicken und exquisiten Nobelviertel ist in SoHo längst abgeschlossen. Längst sind es nicht mehr die Künstler, die das Bild prägen. Vielmehr trifft man hier die Großverdiener mit einem gewissen Hang zur Boheme, jene, die eigentlich wenig mit den Ursprüngen SoHos zu tun haben. Die teuren Restaurants und Geschäfte sind für viele „normal" Betuchte kaum noch erschwinglich. Dennoch lohnt es sich eher, zum Shoppen nach Soho zu kommen als für die Kunst.

Eines wird der Wandel in SoHo jedoch nicht bewirken: den Abriss der historischen Bausubstanz. Viele der renovierten und entfremdeten Fabrikgebäude stehen unter Denkmalschutz. Optisch gehört SoHo daher sicherlich zu den schönsten Ecken von Manhattan. Besonders bei gutem Wetter lohnen sich daher Spaziergänge durch die pittoresken Straßen mit den vielen historischen Gebäuden. Zu empfehlen ist dafür mit Sicherheit die Broome Street und auch die nahegelegene Greene Street.

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