Harlem

Das New York ein Zusammenschluss vieler multikultureller Gruppen ist, dürfte weitreichend bekannt sein. Zu den traditionsreichsten Stadtvierteln mit ethnischer Prägung in Manhattan zählt dabei sicherlich Harlem. Die ehemalige Siedlung niederländischer Kolonisten ist heute fest in der Hand der afroamerikanischen Volksgruppen, die ihr Zentrum im Norden von Manhattan zwischen Harlem River und der 110. Straße haben.

Fast schon legendär ist der Ruf Harlems weit über die Grenzen von New York. Einmal sicherlich durch die Harlem Globetrotters, ein afroamerikanisches Allstar Basketballteam, welches Gastspiele in aller Welt abhält, aber eigentlich gar nicht wirklich aus Harlem stammt und natürlich aufgrund der angeblich recht hohen Kriminalitätsrate, die Harlem tatsächlich einst zu einem der gefährlichsten Stadtteile Manhattans machte. Dieser Legendenbildung sollte man heute nicht mehr vertrauen. Längst ist ein Besuch in Harlem ebenso gefahrenvoll wie in jedem anderen New Yorker Stadtteil. Auch dass die Harlem Globetrotters ursprünglich aus Chicago stammen braucht niemanden wirklich zu stören. Es gibt immerhin genügend andere Aspekte, die einen Besuch in diesem einzigartigen Stadtteil mehr als rechtfertigen.

Längst vergangen sind die Zeiten, als in Harlem wirklich noch Missstände herrschten. Schlechte Wohnverhältnisse und Gangbildung waren an der Tagesordnung. Die afroamerikanische Bevölkerung, die bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts längst nicht mit allen rechten ausgestattet war, entwickelte sich in Harlem nach ganz eigenen Maßstäben und Gesetzmäßigkeiten. Aus Tenderloin, San Juan Hill, Hell's Kitchen und anderen Vierteln New Yorks konzentrierte sich schnell der Anteil der farbigen Gesellschaft auf Harlem. Hier pulsierte dann ab den 1920er Jahren ebenso wie in Chicago und New Orleans der Jazz, obwohls es damals noch vielen Bewohnern verboten war, einschlägige Etablissements zu betreten. Ein Tempel der musikalischen Entwicklung im Stadtteil ist noch heute das Apollo Theater, wo mittlerweile alle Größen der afroamerikanischen Musikkultur aufgetreten sind. In der Zeit der schwarzen Bürgerbewegungen geriet Harlem besonders in einen politischen Fokus.

Erst in den 1990er Jahren konnte die Stadtverwaltung Herr über die Strukturen in Harlem werden und einen Wandel vorantreiben. Die Kriminalität sank drastisch auf ein für New York ungewöhnlich niedriges Niveau. Auch verfallene und vernagelte Gebäude wurden wieder auf Vordermann gebracht. Viele der alten Häuser erstrahlen so auch heute wieder in ihrem einstigen Wohlstand. Mittlerweile ist Harlem zum echten Besuchermagnet geworden und baut diesen positiven Ruf weiter aus.

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