Neu Amsterdam und die Gründerjahre

Durchquert man heute den Großstadtdschungel von New York, kann man nur mit viel Fantasie erahnen, weclhe Landschaft sich einst unter den Betondecken befunden haben muss. New York, oder besser Manhattan war einst Indianerland, noch bevor die Europäer überhaupt einen Fuß auf das Eiland am Hudson gesetzt haben. Sie nannten ihre Insel „Menatay" (Manhattan).

Als Giovanni da Verrazano im Jahr 1524 eine Erkundungstour nahe des heutigen Manhattan vornahm, sahen die Eingeborenen erstmals die weißen Eroberer, ahnten aber noch nicht, welche Folgen es für sie und ihr Land haben sollte. Spätestens mit dem Auftauchen des Entdeckers Henry Hudson (Hudson River) waren die Interessen der Europäer, in diesem Fall der Niederländer für das Mündungsgebiet geweckt. Nachdem Hudson den Verlauf des später nach ihm benannten Flusses 1609 untersucht hatte, plante die Ostindische Handelsgesellschaft auf Manhattan eine strategische Siedlung für Händler anzulegen.

Exakt 100 Jahre nach Giovanni da Verranzo kam es dann 1624 zu ersten Niederlassungen holländischer Siedler, aber auch religiös verfolgter Wallonen aus Belgien und Frankreich. Der Siedlungsbau erstreckte sich über den heutigen Financial District an der südlichen Spitze von Manhattan. Zwei Jahre später kaufte der aus Wesel am Niederrhein stammende Peter Minuit den Indianern das Land von Manhattan für umgerechnet 24 Dollar ab. Bei dem Handel kam es allerdings zu einem bis heute ungeklärten Missverständnis. Eigentlich wollten die Indianer das Land nur verpachten. Die Siedler glaubten aber sie hätten Manhattan komplett erworben. Ihren Irrtum glichen sie in den Folgejahren aber durch Vertreibung der Indianer und befestigung „ihrer" Siedlung auf grausame Weise wieder aus.

Die nun expandierende Siedlung nannte sich Nieuw Amsterdam . Rundherum schlugen auch andere Siedler ihr Quartier auf. Long Island wurde an englische Neuankömmlinge verkauft. Neu Amsterdam wuchs über die Wall Street hinaus nach Norden. Der Broadway, ein alter Indianerpfad wurde als Handels und Transportweg genutzt. Dies führte nicht zuletzt zu einem großen Konflikt mit den Ureinwohnern. Diese nutzen weiterhin die Schätze des Waldes, wurden aber dann rigoros von den Siedlern niedergemetzelt. Knapp 400 Indianer fielen den Säuberungen zum Opfer. Da die Holländer weitere Übergriffe fürchteten, errichteten sie an der Wall Street einen Steinwall. Die ländlichen Regionen von Manhattan wurden zum Teil von Farmern verwaltet. 1658 entstand vor den Toren von Neu Amsterdam das Dorf Harlem. Auf der anderen Seite des East River entstand Breukelen, das heutige Brooklyn.

Seinen Aufstieg zu einer ansehnlichen Stadt hatte Neu Amsterdam in dieser Epoche nicht zuletzt dem Einfluss des Gouverneurs Peter Suyvesant zu verdenken. Zwar herrschte das Oberhaupt mit harter Hand, schaffte es aber, die Bevölkerungszahl auf rund 1500 zu erhöhen. Noch heute genießt Stuyvesant aufgrund seiner Verdienste höchstes Ansehen in den Historien von New York.

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